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Journalisten erreichen Dirk Möller unter
(0 40) 66 42 80 oder Dirk.Moeller@versicherungsmakler-in-hamburg.de.
Interview in "PC & Musik" 6/2001, September 2001:
Versicherungen für Musiker. Versicherungs-Dschungel
Wer sich für das Leben als Musiker entscheidet, muss sich neben der künstlerischen Arbeit auch in vielen anderen
Bereichen auskennen. Urheberrecht, Vertragsrecht, Finanzen und Versicherungen. Zu dem letzten Punkt haben wir Dirk
Möller etwas genauer gefragt.
Nehmen wir mal an, Sie möchten Ihr Hobby zum Beruf machen und entscheiden sich dazu, mit Instrumental-Unterricht,
Arrangements, Schulungen mit Musiksoftware, Artikeln für eine Musikzeitschrift, Auftritten mit Ihrer Band, PA-Verleih
etc. Ihr Geld zu verdienen. Neben der inhaltlichen Ausgestaltung der einzelnen Aufgaben muss man sich zwangsläufig
aber auch fragen, welche Risiken mit den einzelnen Arbeiten verbunden sein können. Dabei geht es in erster Linie um
versicherungstechnische Fragen, die bei Arbeitnehmern zum Teil vom Arbeitgeber oder per Gesetz geregelt sind.
Wer haftet beispielsweise dafür, wenn ein Teilnehmer Ihrer Musiksoftware-Schulung in dem von Ihnen gemieteten
Seminarraum zu Schaden kommt?
Wahrscheinlich Sie als Veranstalter, was man aber mit einer Berufshaftpflichtversicherung
abdecken kann. Und wenn bei einer Veranstaltung ein wertvolles Instrument beschädigt wird, kommt nur eine
Instrumentenversicherung in Frage. Wenn man den teuren Synthesizer aber nachts im Auto lässt, kann es sein, dass die
Versicherung für einen möglichen Verlust nicht aufkommt.
Wer im Musikbusiness tätig ist, muss ständig Verträge und Werkverträge aushandeln. Ist es daher
sinnvoll, eine Rechtsschutzversicherung abzuschliessen?
Ein konkreter Fall: Ein befreundeter Musiker muss unter Umständen eine Kanada-Tournee absagen und einen erheblichen
Schaden in Kauf nehmen, weil sein Visum nicht rechtzeitig ausgestellt wird. Kann in diesem Fall eine
Rechtsschutzversicherung weiterhelfen? Wie sieht es aus bei Krankheit, bei Berufsunfähigkeit etc? Hier türmt
sich also ein Berg von Fragen und 'Eventualitäten' auf, was einem das selbständige Musikmachen ganz schön
vermiesen kann.
Aber auch der vermeintlich abgesicherte Arbeitnehmer wird in der Zukunft auch immer mehr in die
persönliche Verantwortung genommen, Beispiel Riester-Rente. Wir wollen in dem folgenden Gespräche mit Dirk
Möller klären, was man als Profi-Musiker oder auch als Semiprofi in jedem Fall versicherungstechnisch klären
sollte.
[...]
Als freier Versicherungsmakler für Musiker kümmert sich Dirk Möller um die günstigsten und besten
Versicherungen. Er ist also kein Versicherungsvertreter, sondern ein Makler, der nach den Wünschen der Kunden die
Angebote hereinholt.
PC & Musik:
Herr Möller, welche Versicherungen sollte man als Profimusiker in jedem Fall abschließen?
Dirk Möller:
Auf jeden Fall sollte man eine Krankenversicherung haben und sich Gedanken über die Altersvorsorge machen, die man
etwa mittels einer Rentenversicherung oder einer Anlage in Investmentfonds betreiben kann. Leider vernachlässigen
dies viele Musiker. Die Künstlersozialkasse ist zwar eine sinnvolle Einrichtung, private Vorsorge tut allerdings
ebenfalls not.
Eine Privathaftpflichtversicherung gehört zum Standard, aber auch für den beruflichen Bereich sollte eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden – über ein Kabel kann eine dritte Person immer mal
stolpern.
Wenn ein kaufmännischer Mitarbeiter einen Finger verliert, ist das nicht so gravierend wie bei einem Musiker. Als Musiker sollte man daher über eine spezielle Musikerunfallversicherung mit besonderen Gliedertaxen nachdenken. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sicherlich ebenfalls kein Luxus. Bei wertvollem Equipment empfiehlt es sich, eine Hausrat-, Elektronik- oder Instrumentenversicherung abzuschließen.
PC & Musik:
Immer wieder liest man, dass die Deutschen überversichert sind. Wenn ja, welche Versicherungen kann man sich schenken?
Dirk Möller:
Pauschal ist das schwierig zu beantworten – oft sind Haushaltglasversicherungen überflüssig, weil man das
Risiko selbst tragen kann. Für den freiberuflichen oder gewerblichen Bereich weisen Rechtsschutzversicherungen oft
große Lücken auf.
Kapitallebensversicherungen stehen wegen ihrer Rendite in der Kritik, können im
Einzelfall aber dennoch sinnvoll sein. Ob die von Sir Huckleberry angebotene Versicherung gegen die Entführung durch
Außerirdische mehr als ein netter Geschenkartikel ist, mag jeder selbst entscheiden (www.sir-huckleberry-ins.com)!
PC & Musik:
Versicherungsverträge werden meistens über längere Zeiträume abgeschlossen. Wie kommt man vorher raus?
Dirk Möller:
Indem man nur Jahresverträge abschließt, wie man das als Makler üblicherweise für seine Mandanten
macht. Wird nicht fristgerecht gekündigt, verlängert sich der Vertrag um jeweils ein weiteres Jahr.
Ansonsten
gibt es mehrere Möglichkeiten: außerordentliches Kündigungsrecht im Falle einer Prämienerhöhung,
ohne dass sich die Leistung verbessert, im Schadenfall, bei Risikofortfall (zum Beispiel bei Geschäftsaufgabe oder
Verkauf einer Sache) oder mit höchstrichterlichen Urteilen, was für den Laien jedoch nicht gerade einfach ist
– hier geht es in der Regel darum, ob bestimmte Formalien in Bezug auf 10-Jahres-Verträge eingehalten wurden.
Vielleicht hat man ja auch bestimmte Unterlagen gar nicht ausgehändigt bekommen, so dass sich hier noch weitere
Möglichkeiten ergeben. Übrigens kann man auch einfach eine Kündigung absenden, die der Versicherer dann
unverzüglich – binnen vierzehn Tagen – zurückweisen muss. Diese Frist wird oft nicht eingehalten.
PC & Musik:
Bei der Krankenversicherung kann man jetzt wechseln, aber woher weiß man, ob das Angebot wirklich günstig ist?
Dirk Möller:
Wenn Sie die gesetzliche Krankenversicherung meinen, liegen die günstigsten Beitragssätze zur Zeit bei 11,2 %.
Bei privaten Krankenversicherungen bemüht man als Makler ein Vergleichsprogramm – wobei es
selbstverständlich nicht nur um den Preis, sondern auch die Leistung geht.
PC & Musik:
Wie teuer ist eine Berufshaftpflichtversicherung und welche Risiken sind damit abgedeckt?
Dirk Möller:
Für Alleinunterhalter (drei Mio. DM pauschal) ca. 350 DM Jahresprämie, Klavierlehrer und
Musiksoftware-Schulungsleiter etc. können sich für ca. 90 DM versichern, bei drei Mio. DM pauschal für
Personen- und Sachschäden (u. U. kann das Risiko innerhalb der Privathaftpflichtversicherung mitversichert werden).
PC & Musik:
Wie sieht es bei einem freien Musiker mit Lohnfortzahlung im Krankheitsfall aus?
Dirk Möller:
Ich empfehle den Abschluss einer Krankentagegeldversicherung!
PC & Musik:
Mit welchen Kosten muss man dabei rechnen und was bekommt man dafür?
Dirk Möller:
Bei etwa 150 bis 200 DM Monatsprämie kann man mit 100 DM Krankentagegeld ab dem 15. Krankheitstag rechnen.
PC & Musik:
Wenn man wegen Krankheit einen Auftritt absagen muss, wie sieht es hier aus mit der Haftung?
Dirk Möller:
Veranstaltungsausfalldeckung (nur für Veranstalter üblich), normalerweise Form A und Form B. Der Künstler
kriegt keine Gage, haftet nur bei Vorsatz oder bei falsch beantworteten Gesundheitsfragen.
PC & Musik:
Wenn ein Arbeitsnehmer seinen Job verliert, geht er zum Arbeitsamt, was macht ein Freiberufler, gibt es da überhaupt
eine Absicherung?
Dirk Möller:
Das Sozialamt. Bei Berufsunfähigkeit: Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
PC & Musik:
Herr Möller, vielen Dank für die Informationen.
Abschlussbemerkung:
Man wird sicherlich weder als Arbeitnehmer noch als Selbständiger alle möglichen Risiken abdecken können.
Unterm Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass beide Berufsgruppen etwas für ihre Rente tun müssen und vor allem
die Berufsunfähigkeit absichern sollten. Für den Selbständigen ist die Berufshaftpflicht zwingend und die
ist ja auch gar nicht so teuer.
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